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NIEDERLOMMATZSCH


Dieser Ort liegt unmittelbar an der Elbe ca. 13 km nördlich von Meißen. Bekannt ist der Ort zum einen durch die Nähe zum heutigen „Naturerlebniszentrum Tierpark Hebelei“ und der Personenfähranlegestelle mit dem Fährschiff „Stolzenfels“, die den Ort mit Diesbar-Seußlitz verbindet. Und zum anderen durch das von der Familie Wagner geführte Landhotel und 3-Sterne-Restaurant „Elbklause“, welches einen Besuch im Elbtal nicht nur gastronomisch sondern auch touristisch zum Erlebnis werden lässt. Denn von der direkt vor der Tür befindlichen Schiffsanlegestelle werden Elbe-Längsfahrten auf dem Fahrgastschiff „Clara von Assisi“ entlang der „Sächsischen Weinstrasse“ angeboten.

Erstmals erwähnt wurde Niederlommatzsch 1334 als „Lomnicz inferius“ später 1539 als „Nider Limmitsch“. Niederlommatzsch besteht teils aus einem Rundweiler auf dem Gelände zum „Lommatzschbach“ und dem Elbtal, aber auch einem Gassendorf mit Häuslerzeilen längs der Elbe. Am Lommatzschbach befand sich seit 1723 eine Wassermühle die bis 1923 als Getreidemühle und bis 1970 als Schrotmühle betrieben wurde.



Niederlommatzsch besaß bis ins Jahr 1956 eine eigene Schule und bis 1996 einen eigenen Kindergarten. Neben bäuerlichen Wirtschaften bestanden um die Mitte des 19. Jahrhunderts 52 Handwerks-/ Gewerbebetriebe und Handelsgeschäfte. Diese Vielfalt ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass der Ort von dem sich auf der Elbe seit Jahrhunderten entwickelten regen Schiffsbetrieb profitiert und er überdies durch das Fährrecht Bedeutung zur Überquerung der Elbe erlangte hatte. Denn das Recht zur Überfahrt besteht bereits seit 1268. Der Fährbetrieb wurde danach abwechselnd privat und durch die Gemeinde geführt. Seit 1958 ist dieser nunmehr im Besitz der Gemeinde, welche sie im April 2009 an die Verkehrsgesellschaft Meißen verpachtet hat.

Im Ort gab es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Schiffseigner, die sich an dem regen Schiffsbetrieb beteiligten und von der seit Juli 1836 bestehenden „Erlaubnis zur Einrichtung und Ausübung der Dampfschifffahrt auf der Elbe“ profitierten. So besaß die Familie Arnold bis ins Jahr 1961 eines der größten motorgetriebenen Massengutschiffe auf der Elbe, die „Stolzenfels“, deren Anker noch heute die Elbterrasse in Niederlommatzsch ziert. Zu Ehren dieser Schiffstradition wurde das seit 1993 eingesetzte Fährschiff auf  diesen Namen getauft.

Niederlommatzsch war bis zum Zusammenschluss mit der Gemeinde Zehren 1994 selbständige Gemeinde mit den Ortsteilen Naundorf, Hebelei und Göhrischgut.



Heute leben in Niederlommatzsch 185 Einwohner. Der Tourismus prägt den kleinen beschaulichen Ort, welcher den Eindruck eines Schiffer- und Fischerdorfes vermittelt. Schon 1843 beschreibt Karl Julius Hofmann in seinem Buch, dass dieser Ort zum „Sächsischen Italien“ gehört. Deshalb bieten Pensionen und das Landhotel „Elbklause“ Ausflüglern und Gästen einen idealen Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Tal links und rechts der Elbe.